Callas (Zantedeschia) in Weiß, Gelb, Pink und Violett dicht nebeneinander
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Die Calla ist nicht heikel, nur nicht winterhart: Beet, Topf, Keller

Frederikke Jensen
Geschrieben von Frederikke Jensen - 03-09-2026

Die erste Calla, die ich je in der Hand hatte, war weiß, kühl und so glatt, dass sie aus Porzellan hätte sein können. Es war der Brautstrauß einer Freundin, und ich habe den halben Abend mehr die Blume als das Paar angeschaut. Seither wächst bei mir jeden Sommer eine Handvoll Zantedeschien: im Beet, in Töpfen auf der Terrasse und eine farbige Sorte am Fenster im Stiegenhaus.

Die Calla hat den Ruf, heikel zu sein. Sie stammt aus Südafrika und ist feuchte, warme Luft gewohnt, was nicht gerade nach Waldviertel oder Mürztal klingt. Aber ehrlich: Schwierig ist sie nicht, sie ist nur nicht winterhart. Wer das einmal verstanden hat und die Knollen im Herbst ausgräbt, hat mit ihr weniger Arbeit als mit so mancher Rose.

Jetzt Anfang Oktober ist genau der Moment, in dem sich entscheidet, ob deine Calla nächstes Jahr wieder blüht. Deshalb fange ich diesmal mit dem Winter an und arbeite mich dann zum Pflanzen im Frühjahr vor.

Kurz zur Pflanze

Die Gattung Zantedeschia umfasst acht Arten, und fast alles, was im Garten und im Topf steht, sind Hybriden daraus. Callas sind mehrjährig und wachsen aus Knollen beziehungsweise Rhizomen. Die weißen Sorten sind die Klassiker für Hochzeiten und leider auch für Begräbnisse, die farbigen in Gelb, Orange, Rosa, Weinrot und fast Schwarz sind die, die ich mir in den Topf setze. Die Blüte, die wir bewundern, ist übrigens ein Hochblatt, das den eigentlichen Blütenkolben in der Mitte umhüllt. Und eines gleich vorweg: Die ganze Pflanze ist giftig, also nichts für den Kräuterkorb und nichts für Hunde, die alles anknabbern.

Überwintern: Was jetzt im Oktober zu tun ist

Calla verträgt keinen Frost. Die weißen Sorten stecken ein bisserl mehr weg als die farbigen, aber verlassen würde ich mich darauf nirgends in Österreich, nicht einmal im Seewinkel. In den Alpentälern kann die erste frostige Nacht schon Ende September kommen, in Wien oder im Rheintal dauert es meist bis in den Oktober oder November. Ich schaue ab jetzt jeden Abend auf die Prognose.

Sobald das Laub gelb wird oder Frost angesagt ist, grabe ich die Knollen aus. Vorsichtig, mit der Grabgabel und mit Abstand zum Stängel. Die Erde grob abschütteln, das Laub abschneiden, die Knollen ein paar Tage an einem luftigen, frostfreien Platz abtrocknen lassen. Dann kommen sie in eine Kiste mit trockenem Torf oder in Zeitungspapier gewickelt in den Keller, kühl und dunkel, und bleiben dort bis zum Frühjahr. Töpfe kannst du einfach als Ganzes ins Winterquartier stellen und das Gießen einstellen, sobald die Blätter eingezogen sind.

Fällt dir beim Ausgraben auf, dass neben der Calla eine kahle Stelle bleibt, notier sie dir gleich. Besetzen lässt sie sich erst im Frühjahr, weil das Dahlien-Sortiment mit der Pflanzsaison startet und nicht vorher.

Dahlien passen zur Calla besser, als man denkt: Beide kommen als Knolle in die Erde, beide vertragen keinen Frost, und beide landen im Herbst in derselben Kiste im Keller. Zwei weiße, die neben einer weißen Calla nicht wie ein Bruch aussehen. Ein Hinweis dazu: Dahlienknollen kommen erst zur Pflanzsaison im Frühjahr wieder ins Sortiment, ansehen und vormerken kannst du die Sorten aber jederzeit.

Dahlie 'Playa Blanca'

Dahlie 'Playa Blanca' mit großen kreideweißen Kaktusblüten

Eine Kaktus-Dahlie mit großen, kreideweißen Blüten und spitzen Blütenblättern, die luftig und ein bisschen dramatisch wirken. Von Mitte Sommer bis in den Herbst blüht sie durch und ist ausdrücklich als Schnittblume für feine Sträuße gedacht.

🌷 Mitte Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne, gut durchlässiger Boden

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Dahlie 'Myama Fubuki'

Dahlie 'Myama Fubuki' mit weißen gefransten Blüten in Ballform

Eine weiße Fimbriata-Dahlie mit fein gefransten Blütenblättern und ansonsten ballartiger Form, deren Köpfe 15 bis 20 cm groß werden. Sie wird bis zu 120 cm hoch, braucht deshalb einen Stützstab und hält in der Vase lange, wenn das Wasser regelmäßig kommt.

📏 bis 120 cm · ☀️ Beet mit ausreichend Platz

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Standort: Beet, Topf oder Fensterbank

Kaum eine Knollenpflanze ist so flexibel. Calla wächst im Beet, im Kübel auf dem Balkon, im Glashaus und als Zimmerpflanze das ganze Jahr über. Draußen will sie einen hellen Platz, gerne volle Sonne. Die Erde soll nährstoffreich und durchlässig sein, also Kompost hinein und bei schwerem Lehm etwas Sand.

Beim Wasser unterscheiden sich die Farben: Die weißen Callas mögen es dauerhaft feucht, die farbigen kommen besser damit zurecht, wenn die Erde zwischendurch leicht abtrocknet. Genau deshalb sind die farbigen Sorten auch die besseren Zimmerpflanzen, denn die trockene Heizungsluft im Winter macht den Weißen zu schaffen. Drinnen stelle ich sie nicht direkt ans Südfenster, sondern etwas kühler in den Raum hinein, so halten die Blüten deutlich länger.

Calla pflanzen: Schritt für Schritt

Ins Freie kommen die Knollen erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Konkret: nicht vor den Eisheiligen, also frühestens um den 15. Mai herum, und weiter oben im Land gibst du lieber noch eine Woche dazu. Willst du früher Blüten, treibst du die Knollen ab Februar oder März im Glashaus oder auf einer hellen Fensterbank vor. Es geht aber auch ohne Vorkultur: Knolle im Mai direkt in die Erde, sobald die Eisheiligen durch sind, dann blüht sie einfach etwas später.

  1. Ein Pflanzloch von etwa 7 bis 10 cm Tiefe ausheben.
  2. Die Knollen mit 20 bis 30 cm Abstand legen, mit den Wachstumsspitzen nach oben.
  3. Nur so viel Erde darüber, dass die Knolle gerade eben bedeckt ist.
  4. Leicht angießen, die Erde soll nur ein wenig feucht sein.
  5. Töpfe hell bei 12 bis 18 Grad aufstellen.
  6. Erst wieder gießen, wenn die ersten Spitzen aus der Erde schauen.

Die Blüte beginnt im Juli und hält bis in den September hinein, in einem warmen pannonischen Sommer manchmal noch ein Stück länger.

Frederikkes Tipp

Die häufigste Todesursache bei frisch gesetzten Callas ist nicht die Kälte, sondern die Gießkanne. Eine Knolle ohne Blätter kann kaum Wasser aufnehmen, und was sie nicht aufnimmt, lässt sie faulen. Ich gieße nach dem Setzen genau einmal, dann gar nicht mehr, bis sich die erste grüne Spitze zeigt. Wer das aushält, hat das Wichtigste schon geschafft.

Pflege durch den Sommer

Ist die Calla einmal im Wachstum, wird sie hungrig. Ich dünge dann bei jedem Gießen mit schwach dosiertem Flüssigdünger. Sobald die Blüte einsetzt, reduziere ich auf alle 14 Tage. Vorsicht mit stickstoffbetontem Dünger: Der treibt Blätter statt Blüten und lässt die Knolle im schlimmsten Fall faulen. Die weißen Sorten brauchen durchgehend mehr Wasser als die farbigen, das merkt man ihnen sofort an, wenn sie die Blätter hängen lassen.

Verblühtes und gelbe Blätter schneide ich laufend weg. Das hält die Pflanze sauber und verlängert die Blüte. Und dann wären da noch die Schnecken. Die lieben Calla, besonders die jungen Triebe im Mai. Ein Kupferband um den Topf oder ein Abendspaziergang mit der Taschenlampe gehört bei mir zum Programm.

Vermehren

Calla vermehrt sich über Seitenknollen und über Samen. Samen sind in Österreich eine mühsame Sache, sie reifen in einem kühlen Sommer meist gar nicht aus. Die Knollen selbst lassen sich nur schlecht teilen. Am einfachsten schneidest du beim Ausgraben im Herbst die kleinen Seitenknollen ab, lagerst sie getrennt und setzt sie im Frühjahr in eigene Töpfe. Sie brauchen ein bisschen, bis sie blühen, aber sie tun es.

Calla in der Vase

Als Schnittblume ist die Calla eine Wucht, Floristen auf der ganzen Welt arbeiten mit ihr. Bis zu zwei Wochen hält sie in der Vase, wenn du ein paar Dinge beachtest. Schneide erst, wenn die Blüte ganz geöffnet ist, geschlossene Blüten gehen im Wasser nicht mehr auf. Nimm den weißlichen unteren Teil des Stängels weg, das verlängert die Haltbarkeit. In die Vase kommen nur ein paar Zentimeter Wasser, das du oft wechselst, gerne mit einem Spritzer Zitronensaft oder einer Prise Zucker. Wenig Wasser klingt falsch, ist aber genau richtig, weil die fleischigen Stängel sonst von unten weich werden.

In derselben Vase steht bei mir gern eine Dahlie in einem ähnlich gedämpften Ton, damit das Weiß der Calla nicht allein dasteht:

Dahlie 'Cafe au Lait Pale Pink'

Dahlie 'Cafe au Lait Pale Pink' mit cremefarbenen bis hellrosa Blüten

Eine großblumige Dekorativ-Dahlie in zarten cremefarbenen bis hellrosa Tönen, deren Farbe je nach Temperatur zwischen fast Elfenbeinweiß und Puderlila wandert. Sie ist die kleinblütige Schwester der klassischen 'Cafe au Lait' und hält dafür länger in der Vase.

☀️ Beet

'Cafe au Lait Pale Pink' ansehen →

Und noch einmal, weil es wichtig ist: giftig. Hände waschen nach dem Schneiden, und die Vase außer Reichweite von Kindern und Katzen.

Ich mag an der Calla, dass sie so wenig Drama macht, wenn man ihr den einen Wunsch erfüllt und sie rechtzeitig ins Warme holt. Ein Abend mit der Grabgabel im Oktober, ein Platz im Keller, und im Juli stehen wieder diese glatten, unverschämt eleganten Kelche auf der Terrasse.

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Sortiment und Verfügbarkeit können sich ändern.