
10 Pflanzen, die selbst die Spanische Wegschnecke stehen lässt
Von der Funkie neben der Terrasse sind seit gestern nur noch Blattstiele übrig. Daneben eine silbrige Spur, quer über die feuchte Erde, und am Ende ein fingerdickes braunes Tier, das sich nicht im Geringsten schuldig fühlt. Die Nacktschnecken waren da. Wieder.
Meistens ist es die Spanische Wegschnecke. Sie liebt Funkien und Dahlien, vor allem die jungen Triebe, und nach einem feuchten Sommer, wie er in vielen Alpentälern normal ist, kann der Kampf aussichtslos wirken. Die gute Nachricht: Es gibt Stauden, die den Schnecken schlicht nicht schmecken. Wer sie ins Beet und in die Töpfe setzt, hat deutlich mehr Ruhe.
Der September ist ein guter Moment, um genau das zu planen. Der Boden ist noch warm, die Herbstfeuchte kommt, und die meisten dieser Stauden lassen sich jetzt setzen. Hier sind meine zehn, in der Reihenfolge, in der ich sie selbst pflanzen würde.
Warum manche Pflanzen verschont bleiben
Schnecken meiden im Großen und Ganzen alles, was stark riecht, intensiv oder bitter schmeckt oder derb und holzig gebaut ist. Lavendel ist das beste Beispiel: kräftiger Duft, harte Struktur, kein Interesse. Zarte, wasserreiche Blätter wie bei Funkien oder frisch ausgetriebenen Dahlien sind dagegen ein Festmahl. Die zehn Stauden unten fallen alle in die erste Gruppe.
Wenn du sehr viele Schnecken im Garten hast, reichen schneckensichere Pflanzen allein nicht. Kupferband um Beete und Töpfe, Schneckenzäune und Kanten, Eierschalen und Kaffeesatz gehören dann dazu. Dazu weiter unten mehr.
Die 10 Pflanzen, die Schnecken nicht anrühren
1. Pfingstrosen
Der Klassiker im österreichischen Bauerngarten, und das nicht ohne Grund. Pfingstrosen gibt es in vielen Farben, sie sind pflegeleicht und verlangen wenig. Sie gedeihen in voller Sonne wie im Halbschatten, mögen nährstoffreiche, gut durchlässige Erde und werden mit den Jahren immer schöner. An meinen Pfingstrosen habe ich noch nie Schneckenfraß gesehen.

2. Akelei
Die Akelei ist der Joker im Garten. Wunderschön, in vielen Farben, und mit einer kleinen Eigenheit: Sie sät sich aus, aber selten dort, wo du sie gepflanzt hast. Sie taucht an ganz anderen Stellen wieder auf, oft in anderen Farben als das Original. Das gehört zu ihrem Charme, auch wenn sie sich schwer lenken lässt.
3. Storchschnabel
Eine bodendeckende Staude mit feinen Blüten in vielen Farbtönen. Der Storchschnabel ist sehr robust und kümmert sich weitgehend selbst um sich. Am besten gedeiht er in voller Sonne, einige Sorten kommen auch mit Halbschatten oder sogar Schatten zurecht, blühen dort aber weniger üppig.
4. Staudensalbei
Der Steppensalbei, den man meist einfach Staudensalbei nennt, ist denkbar unkompliziert: kaum Gießen, kein Düngen. Was er will, ist ein sonniger Platz und ein durchlässiger, eher magerer und gern kalkhaltiger Boden. Für die trockenen Lagen im Osten, in Wien oder im Weinviertel, ist er wie geschaffen. Schneidest du ihn nach der ersten Blüte handbreit über dem Boden zurück, kommt im Spätsommer oft ein zweiter Flor nach.
Selber säen geht auch. Bei uns steht Salbei als Saatgut: der Echte Salbei, Salvia officinalis. Eine andere Pflanze als der Steppensalbei oben, aber mit demselben aromatischen, graugrünen Laub, an das keine Schnecke geht. Winterhart, trockenheitsverträglich, und die blauvioletten Blüten ziehen Bestäuber an.
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5. Phlox
Phlox ist bekannt für seine überbordende Blüte und die schönen Farben. Er ist genügsam, braucht nur vor der Blüte etwas Dünger und Wasser nur bei anhaltender Trockenheit. Phlox sät sich selbst aus und passt darum am besten ins Beet, wo er sich ausbreiten darf. Sonne oder Halbschatten.
6. Herbstanemone
Herbstanemonen blühen genau jetzt, im September, und zählen zu den einfachsten Stauden überhaupt. Sie vertragen keine volle Sonne und fühlen sich im Halbschatten am wohlsten. Dafür breiten sie sich fleißig aus und verdrängen gerne Nachbarn. Gib ihnen am besten ein eigenes Beet.
7. Lavendel
Lavendel will einen trockenen, eher sandigen Boden und einen sonnigen Platz. Bei Wasser und Dünger ist er anspruchslos. Dafür braucht er jedes Frühjahr einen Rückschnitt, sonst verholzt er. Der kräftige Duft und die harte Struktur sind der Grund, warum Schnecken einen großen Bogen um ihn machen.

8. Ehrenpreis
Der Ehrenpreis ist eine sehr winterharte Staude mit aufrechten Blütenkerzen. Er zieht Bienen und Schmetterlinge an und stellt kaum Ansprüche an die Düngung. Während der Saison gießen, im Frühjahr zurückschneiden, mehr will er nicht.
9. Iris
Iris gibt es viele, sowohl als Zwiebel als auch als Staude. Sie sind an ihren skulpturalen Blüten in kräftigen Farben zu erkennen und wirken ungemein elegant. Sie gedeihen in Töpfen wie im Beet, wollen einen sonnigen Platz in nährstoffreicher Erde und sind sonst pflegeleicht.
10. Nelken
Nelken sind hart im Nehmen und blühen überschwänglich. Sie mögen es sonnig und gut durchlässig. Abgesehen von Wasser in Trockenperioden brauchen sie kaum Pflege. Zupfst du die verblühten Blüten aus, setzt die Pflanze neue an.
Die stark riechenden Nachbarn
Dazu kommt eine zweite Gruppe: Pflanzen, die stark riechen oder bitter schmecken. Knoblauch, Fenchel, Frühlingszwiebeln, Anis, Rosmarin und Sterndolde werden von Schnecken gemieden. Ich setze sie gezielt zwischen die Pflanzen, die Schnecken sonst gern fressen. Ein Rosmarin neben dem Salat, ein paar Frühlingszwiebeln zwischen den Dahlien, das nimmt den Schnecken schon einiges an Appetit.
Der geruchsstarke Nachbar
Rosmarin (Samen)
Ein winterhartes, aromatisches Küchenkraut mit nadelartigen, immergrünen Blättern, trockenheitsverträglich und pflegeleicht. Genau der Nachbar, den ich zwischen Salat und Beetrand setze: duftende Blätter für die Küche, kleine blaue Blüten für die Bestäuber, und die Schnecken machen einen Bogen darum.
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Frederikkes Tipp
Gieße in der Früh, nie am Abend. Schnecken sind nachtaktiv und lieben Feuchtigkeit. Wer abends gießt, rollt ihnen den roten Teppich aus. Nach dem Morgengießen ist die oberste Erdschicht bis zum Abend wieder abgetrocknet, und das mögen sie gar nicht.
Und die Dahlien?
Dahlien stehen nicht auf dieser Liste, und das aus gutem Grund: Für Schnecken sind frische Dahlientriebe ein Fünf-Sterne-Buffet. Trotzdem musst du nicht auf sie verzichten. Der beste Schutz ist Größe. Wenn du die Knollen ab März oder April im Topf vorziehst, sind es kräftige Pflanzen, wenn sie nach den Eisheiligen Mitte Mai ins Freie dürfen, und an den härteren Blättern verlieren Schnecken das Interesse.
Für frisch gesetzte Pflanzen ist ein Schneckenkragen aus Kunststoff oder Metall meine kleine Festung: ein Ring mit nach unten gebogenem Rand, den die Schnecken nicht überwinden können. Dazu ein dicker Ring aus getrocknetem Kaffeesatz, zerbröselten Eierschalen oder Holzasche rund um die Pflanze. Über raue, trockene Flächen kriechen Nacktschnecken äußerst ungern. Neue Knollen gibt es ohnehin erst zur Pflanzsaison; in der Dahlien-Auswahl tut sich vor dem Frühjahr nichts.
Für nächstes Jahr vormerken: Sommerblumen aus Samen
Bei den einjährigen Sommerblumen ist die Sache zwiespältiger. Löwenmäulchen, Sommerphlox und Schmuckkörbchen bleiben in meinem Beet weitgehend verschont, sobald sie kräftig sind; als frisch gekeimte Sämlinge werden sie genauso abgeräumt wie alles andere. Wer sie vorzieht und erst als große Pflanzen auspflanzt, umgeht genau diese Phase. Ausgesät wird im Frühjahr, zurücklegen kannst du die Samen jetzt schon.
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Die beliebte Madame-Butterfly-Serie in Pfirsich, Rosa und Bronze, mit hohen Blütenähren für Beet und Strauß. Die Samen keimen nur mit Licht, dürfen also nicht mit Erde bedeckt werden, und je mehr du pflückst, desto mehr Blüten kommen nach.
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Löwenmäulchen 'Doubleshot Peach'
Gefüllte Blüten in zarten Pfirsichtönen mit einem Hauch Rosa, auf kompakten, aufrecht stehenden Pflanzen. Die Sorte passt in Beet, Rabatte und Kübel gleichermaßen, und die kräftigen Stängel machen sie zu einer guten Schnittblume.
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Sommerphlox 'Cherry Caramel'
Duftende Blüten in cremigem Karamell mit tief kirschroter Mitte, ein Kontrast, der in Beeten und Kübeln sofort auffällt. Er kommt auch mit Halbschatten zurecht, was ihn für die Nordseite des Beetes interessant macht.
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Sommerphlox 'Sugar Stars'
Sternförmige Blüten in Indigoblau und Violett, jede mit einem weißen Stern in der Mitte, leicht duftend. In der Vase halten sie oft bis zu zwei Wochen. Wenn du regelmäßig Verblühtes entfernst, blüht die Pflanze bis in den Frühherbst weiter.
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Schmuckkörbchen 'Apricotta'
Zarte aprikosenfarbene Blüten mit einem Hauch Rosa auf luftigen Stielen, einjährig und leicht zu kultivieren. Sie blüht bis in den Herbst, zieht Bestäuber an und gehört für mich in jeden Schnittblumenstreifen.
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Ganz ohne Schnecken wird kein Garten sein, auch meiner nicht. Aber mit den richtigen Pflanzen an den richtigen Stellen wird aus dem täglichen Ärger ein gelegentliches Achselzucken. Und das ist, ehrlich gesagt, schon sehr viel wert.
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