Rosa Begonienblüten, gefüllt und einfach, über dunkelgrünem Laub
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Zwei Stunden Sonne am Tag reichen: Knollenbegonien im Schatten

Frederikke Jensen
Geschrieben von Frederikke Jensen - 03-09-2026

Im Innenhof, in dem ich früher gewohnt habe, gab es genau zwei Stunden Sonne am Tag, und die kamen um sieben in der Früh. Alles, was ich dort hinstellte, kümmerte vor sich hin. Bis auf ein einziges Kisterl mit Begonien, das von Juli bis in den Oktober in einem Orange leuchtete, das man vom Hoftor aus sah. Seither ist meine Antwort auf die Frage, was auf einem schattigen Balkon überhaupt blüht, immer dieselbe: Knollenbegonien.

Die Gattung Begonia ist riesig, über 1000 Arten samt Kreuzungen und Hybriden, grob in sechs Gruppen geteilt: Lorraine-Begonien, Elatior-Hybriden, Semperflorens-Hybriden (die Eisbegonien aus den Rabatten), Knollenbegonien-Hybriden, Blattbegonien und der Rest. Hier geht es nur um die Knollenbegonien, die man im Frühjahr vortreibt, den Sommer über draußen hat und im Winter als Knolle im Keller lagert.

Und weil es Anfang Oktober ist und in den höheren Lagen die ersten Frostnächte kommen, fange ich mit dem an, was jetzt ansteht.

Jetzt im Oktober: die Knollen retten

Begonien vertragen keinen Frost. Wer sie im nächsten Sommer wieder haben will, holt die Knollen vor dem ersten richtigen Frost aus der Erde. Im Waldviertel und in den Alpentälern ist das jetzt, in Wien und im Burgenland hat man meist noch ein paar Wochen. Ein leichter Reif, der das Laub zusammenfallen lässt, schadet der Knolle noch nicht, danach sollte es aber schnell gehen.

  • Knollen ausgraben und ein paar Tage trocknen lassen.
  • Die Erde abbürsten und vertrocknete Stängel entfernen.
  • In Kisten mit Hobelspänen oder Torf legen, sodass die Knollen atmen können.
  • Dunkel und kühl bei etwa 7 Grad lagern, den Winter über.
  • Regelmäßig nachsehen, ob es zu feucht oder zu trocken ist.

Begonien im Topf stelle ich samt Topf ins frostfreie Stiegenhaus, lasse die Erde austrocknen und hole die Knollen erst dann heraus. Wer daneben Dahlien überwintert, kennt den Ablauf ohnehin. Und wer im nächsten Sommer ein paar Dahlien dazustellen will, notiert es sich am besten jetzt; bestellen lässt sich erst, wenn im Frühjahr die Pflanzsaison beginnt.

Für die sonnigere Hälfte desselben Balkons nehme ich dafür niedrige Dahlien, die im Kisterl nicht umfallen. Zwei, die bei mir dort seit Jahren stehen:

Dahlie 'Orange Nugget'

Dahlie 'Orange Nugget' mit orange-roten Blüten auf niedrigem kompaktem Wuchs

Niedriger, kompakter Wuchs und orange-rote Blüten, ausdrücklich für Töpfe und Balkonkästen beschrieben. Sie stammt aus dem Jahr 1964 und gehört damit zu den älteren Zier-Dahlien, und wie die meisten Dahlien bildet sie bei häufigem Schneiden immer mehr Blüten.

☀️ Töpfe und Balkonkästen

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Dahlie 'Go Go Peach'

Dahlie 'Go Go Peach' mit voll gefüllten Blüten in Pfirsich- und Apricottönen

Voll gefüllte Blüten von 10 bis 15 cm in Pfirsich- und Apricottönen, oft mit kräftigeren Rändern. Sie bleibt mit 30 bis 50 cm so niedrig, dass sie im Kisterl neben den Begonien steht, ohne ihnen das Licht zu nehmen.

📏 30–50 cm · 🌷 ab Mitte Sommer bis zum ersten Frost · ☀️ sonnig, nährstoffreicher, durchlässiger Boden

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Wenn der März kommt: Knollen vortreiben

Knollenbegonien kannst du im zeitigen Frühjahr in Töpfen drinnen vortreiben oder direkt draußen setzen, sobald keine Nachtfröste mehr drohen. In milderen Gegenden ist das Ende April, in Österreich in aller Regel erst nach den Eisheiligen Mitte Mai. Genau deshalb rate ich fast immer zum Vortreiben: Wer erst Mitte Mai draußen anfängt, wartet lange auf die erste Blüte, und bis zum ersten Frost bleiben dann nur wenige Monate.

Fürs Vortreiben setzt du die Knollen mit der Mulde nach oben in Töpfe mit feuchter Erde und stellst sie hell und warm auf, etwa auf ein Fensterbrett. Sobald die ersten Triebe da sind, wird vorsichtig gegossen.

So kommt die Knolle in die Erde

Im Kübel und im Beet läuft es gleich ab:

  • Ein Loch graben, das knapp größer ist als die Knolle.
  • Die Erde soll feucht sein, aber nicht nass, sonst fault die Knolle.
  • Die Knolle hineinlegen und mit höchstens 5 cm Erde bedecken.
  • Begonien werden rund 30 cm hoch und brauchen Platz: mindestens 35 cm Abstand zur nächsten Knolle.
  • Leicht gießen, sobald die ersten Triebe aus der Erde schauen.

Normale Gartenerde oder Blumenerde reicht völlig. Sie darf nur nicht hart und verdichtet sein; die Knollen wollen lockere, gut durchlässige Erde, in der kein Wasser steht.

Standort: warm, aber ohne pralle Sonne

Begonien lieben Wärme, aber sie vertragen nicht viel direkte Sonne. Am besten ist ein Platz mit wandernder Sonne oder lichtem Schatten: unter Bäumen, an der Nordseite vom Haus, auf dem Balkon, der nur morgens Sonne bekommt. Im pannonischen Osten mit seinen heißen Sommern gehören sie in den Mittagsschatten, sonst verbrennen die Blätter. In einem kühlen Alpental dürfen sie mehr Sonne abbekommen.

Genau deshalb teile ich den Balkon auf. Wo die Sonne den halben Tag draufsteht, hat die Begonie nichts verloren, und dort steht bei mir das hier:

Dahlie 'Dahlegria Tricolore'

Dahlie 'Dahlegria Tricolore' mit einfachen Blüten in Rot, Gold und Violett über dunklem Laub

Einfach blühend, mit einem feurig roten Mittelpunkt, der goldfarben zu violetten Spitzen ausläuft, und dazu dunkles, prächtiges Laub. Mit 50 bis 60 cm passt sie in einen größeren Topf und hält sich als Schnittblume lange in der Vase.

📏 50–60 cm · ☀️ Beet oder größerer Topf

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Begonien im Topf und im Kisterl

Knollenbegonien sind im Topf mindestens so gut aufgehoben wie im Beet, und man kann sie im Sommer je nach Sonne und Schatten umstellen. Wichtig ist eine Drainage am Topfboden, damit überschüssiges Wasser abfließt. Sonst gilt alles, was fürs Beet gilt.

Frederikkes Tipp

Gieß immer nur auf die Erde, nie über die Blätter und Blüten. Nasses Laub verbrennt in der Sonne und ist die Einladung für jeden Pilz. Ich gieße morgens, mit dem Schnabel der Kanne unter den Blättern. Und beim Kisterl am Balkon stelle ich Untersetzer weg, sobald es tagelang regnet. Stehendes Wasser bringt eine Begonie schneller um als jede Trockenheit.

Gießen und Düngen

Begonien dürfen nie ganz austrocknen. Prüfe die Erde regelmäßig, besonders in heißen und trockenen Wochen, und gieße lieber öfter kleine Mengen. Die Balance ist das Schwierige: genug Feuchtigkeit, aber kein stehendes Wasser, denn nasse Knollen faulen.

Gedüngt wird während der Wachstumszeit etwa alle drei Wochen. Ein normaler Blühpflanzendünger reicht.

Pflege während der Blüte

Begonien werden nicht zurückgeschnitten. Was sie brauchen, ist regelmäßiges Ausputzen: Verwelkte Blüten und gelbe Blätter kommen weg, das beugt Pilzbefall vor und gibt Platz für neue Knospen. Die Blüte dauert von Juli bis in den Oktober, bis der erste Frost sie beendet.

Hängend oder aufrecht: die Wahl fürs Kisterl

Bei den Knollenbegonien gibt es zwei Bautypen, und die Entscheidung fällt schon beim Einkauf. Die hängenden Typen schieben lange, weiche Triebe über den Rand und sind das, was in den Ampeln vor den Wirtshäusern hängt. Sie brauchen Höhe unter dem Kisterl, sonst liegen die Triebe im August auf der Fensterbank. Die aufrechten Typen mit den großen, gefüllten Blüten bleiben kompakt und sehen im Topf neben der Tür besser aus.

Ich mische beides: vorne zwei hängende, dahinter drei aufrechte. Die Farben halte ich im Schatten bewusst hell, also Weiß, Apricot, helles Gelb. Dunkelrot und Violett verschwinden an einer schattigen Wand einfach, während helle Blüten noch in der Dämmerung leuchten. Das ist der einzige Trick, den ich beim Zusammenstellen wirklich beherzige.

Eine Knolle, ein Topf, ein schattiger Platz. Mehr braucht es nicht für Blüten, die von Juli bis zum Frost nicht aufhören. Und mit ein bisschen Fürsorge im Oktober hält die Knolle das Jahr für Jahr durch.

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