
Schwarze Flecken, weißer Belag, orange Pusteln: was deine Rose hat
Der September ist der Monat, in dem die Rosen zeigen, was der Sommer mit ihnen gemacht hat. Bei mir schauen die Beetrosen nach den feuchten Wochen im August unten herum ziemlich kahl aus, mit dunklen Flecken auf den Blättern, die noch dran sind. Sternrußtau, ganz klar. Und die Nachbarin, deren Garten im Schatten alter Nussbäume liegt, klagt über den weißen Belag auf ihren Kletterrosen.
Rosenkrankheiten fühlen sich zunächst überwältigend an. Zum Glück lässt sich fast alles vorbeugen, und wenn es schon passiert ist, gibt es einfache Mittel. In Österreich kommen alle drei großen Pilzkrankheiten vor, nur unterschiedlich verteilt: im regenreichen Norden häufiger der Sternrußtau, im heißen, trockenen Osten eher der Mehltau. Wie du sie auseinanderhältst, was sofort hilft und was du im nächsten Jahr anders machst, steht weiter unten.
Vorbeugen: Licht, Luft, Wasser, Nahrung
Richtig gepflanzte und gepflegte Rosen haben ein stärkeres Immunsystem und werden seltener krank. Der wichtigste Punkt ist der Standort: Rosen brauchen Licht und Luft rundherum. Ein sonniger Platz ohne hohe Bäume oder Sträucher in der Nähe, sonst bleibt es an feuchten Tagen zu lange nass, und genau das lädt Mehltau und Co. ein.
Der zweite Punkt sind Wasser und Nahrung. Rosen brauchen reichlich von beidem, um gesund zu wachsen. Halte in trockenen Sommermonaten ein Auge auf Wassermangel und im nassen Herbst auf zu viel Feuchtigkeit. Fast alle Krankheiten, um die es hier geht, befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen. Gieße immer direkt auf den Boden, nie über die Blätter.
Sternrußtau: die schwarzen Flecken
Sternrußtau ist ein Pilz, der wie der Rosenrost mit dem Wind wandert. Du erkennst ihn an braunen und schwarzen Flecken auf den Blättern, die später vergilben und abfallen. Der Befall setzt sich gern an den älteren Trieben und Blättern fest und lässt den unteren Teil der Rose kahl zurück. In den feuchten Lagen nördlich der Alpen ist er die häufigste Rosenkrankheit überhaupt.
Vorbeugen heißt: viel Platz, viel Sonne, damit die Blätter rasch abtrocknen, und genügend Wasser und Nährstoffe für eine widerstandsfähige Pflanze. Wird die Rose befallen, entferne alle betroffenen Teile vollständig. Die Krankheit verbreitet sich auch von abgefallenen Blättern am Boden weiter, darum unbedingt auch das Falllaub unter der Rose zusammenrechen. Wenn du kannst, verbrenne das befallene Material. Auf keinen Fall auf den Kompost.
Echter Mehltau: der weiße Belag
Mehltau ist ebenfalls ein Pilz und meist ein Zeichen von zu viel Feuchtigkeit an der Pflanze. Du erkennst ihn leicht am weißen, mehlartigen Belag auf Blättern und Trieben. Er breitet sich aus, verkrüppelt die Triebe und bremst das Wachstum. Bleibt er Jahr für Jahr unbehandelt, schwächt er die Rose so weit, dass sie kaum noch blüht und anfällig für alles Weitere wird. Typisch sind Sommer mit viel Tau in der Nacht und trockener Hitze am Tag, also genau das Wetter, das im pannonischen Osten so oft herrscht. Auch hier gilt: Geschwächte Pflanzen mit Wasser- und Nährstoffmangel trifft es zuerst.
Bei Befall entfernst du alle betroffenen Teile und entsorgst sie im Restmüll oder verbrennst sie. Mehltau überwintert an der Pflanze und an Pflanzenresten, deshalb muss alles Kranke wirklich aus dem Garten verschwinden.
Zwei Hausmittel werden gegen Mehltau immer wieder empfohlen. Sie ersetzen die Vorbeugung nicht, und wie gut sie wirken, hängt vom Befall ab. Einen Versuch sind sie wert. Knoblauchextrakt: Eine Knoblauchknolle mit einem Glas Wasser pürieren, zwei weitere Glas Wasser dazu, über Nacht ziehen lassen, die Knoblauchstücke abseihen und den Auszug in eine Sprühflasche füllen. Abends jeden zweiten Tag auf die Rosen sprühen. Magermilch: In die Sprühflasche und jeden zweiten Abend die Rosen damit besprühen, immer nur wenig auf einmal. Wichtig ist, dass es wirklich Magermilch ist. Der niedrige Fettgehalt lässt die Blätter weiter atmen.
Frederikkes Tipp
Der wichtigste Termin gegen Sternrußtau und Mehltau ist nicht im Sommer, sondern im Herbst. Sobald das Laub fällt, reche ich unter jeder Rose alles zusammen, zupfe die letzten kranken Blätter ab und gebe das Ganze in den Restmüll. Was im Winter unter der Rose liegen bleibt, ist im Frühjahr die erste Infektionsquelle.
Rosenrost: orange Pusteln auf der Blattunterseite
Rosenrost ist ein Pilz, den du an kleinen, rostfarbenen Flecken auf der Blattunterseite erkennst. Sie sind ein wenig pelzig. Ohne Gegenmaßnahmen werden die Blätter mit der Zeit schwarz, welken und fallen ab. Rost wandert mit dem Wind von Garten zu Garten und von Pflanze zu Pflanze, mag feuchte Umgebung und kann überwintern. Nach einem nassen Herbst und Winter ist die Gefahr im Frühjahr deshalb besonders groß.
Vorgebeugt wird wie bei den anderen Pilzen. Bei Befall alle betroffenen Teile entfernen und entsorgen, am besten verbrennen. Nicht kompostieren, sonst verteilst du den Pilz im ganzen Garten.
Blattläuse: grün, schwarz oder weiß
Blattläuse sitzen an Trieben und Knospen und saugen dort den Saft. Meist findest du viele an einer Stelle, und sie vermehren sich rasend schnell. Die Knospen vertrocknen oder werden verformt, und die Blüte fällt mager aus. Am ehesten trifft es in warmen, trockenen Sommerwochen die Rosen, denen Wasser und Nährstoffe fehlen.
Drei Methoden, die bei mir funktionieren:
- Abspritzen: Mit dem Gartenschlauch die Läuse einfach abspülen, hartnäckige mit den Fingern abstreifen.
- Ameisen fernhalten: Ameisen halten sich Blattläuse wie Vieh, melken den Honigtau und tragen die Tiere von Trieb zu Trieb. Läuft eine Ameisenstraße an der Rose hinauf, kommt der Befall immer wieder. Ein Leimring am Stamm oder das Umsetzen des Nestes nimmt den Läusen ihre Betreuung, und der Rest verschwindet oft von allein.
- Nützlinge: Marienkäfer und vor allem ihre Larven fressen Blattläuse in Mengen. Larven kann man kaufen oder im Garten einsammeln und auf die Rose setzen.
Rosenzikaden
Rosenzikaden sind kleine, hellgelbe bis weißliche Zikaden, die an der Blattunterseite sitzen und saugen. Meist bemerkst du zuerst die Blätter: Sie bekommen von oben eine feine weiße Sprenkelung, als hätte jemand Puderzucker darübergestäubt. Berührst du den Trieb, hüpfen die Tiere weg. Bei einem Befall sitzen sehr viele an derselben Stelle, da bleibt kaum ein Zweifel. Widerstandsfähige Pflanzen werden seltener befallen, also wieder: Wasser, Nährstoffe, Sonne und Luft. Bei Befall spritze die Blattunterseiten mit dem Gartenschlauch kräftig ab, ein paar Tage hintereinander, und zupfe die am stärksten gesprenkelten Blätter ab; die kommen in den Restmüll, nicht auf den Kompost. Schwebfliegen fressen Rosenzikaden, und Lavendel oder Tagetes in der Nähe der Rosen ziehen Schwebfliegen an.
Rindenfleckenkrankheit: wenn Triebe absterben
Die gefährlichste Krankheit auf dieser Liste ist die Rindenfleckenkrankheit, ein Pilz, der eine Rose relativ schnell umbringen kann. Du erkennst sie an rötlichen oder braunen Flecken auf den Trieben. Der Pilz zerstört die Rinde, dringt bis ins Mark vor und verbreitet von dort seine Sporen. Der befallene Trieb stirbt ab.
Schneide kranke Triebe so rasch wie möglich und vollständig heraus, damit sich der Pilz nicht ausbreitet. Lässt sich die Rose so zurückschneiden, dass nur gesunde Triebe bleiben, überlebt sie in der Regel. Hat der Pilz die Veredelungsstelle erreicht, ist es zu spät. Dann gräbst du die Rose besser aus, bevor sie andere ansteckt.
Hinschauen, und zwar regelmäßig
Alle diese Probleme lassen sich am leichtesten im Anfangsstadium lösen. Kontrolliere Triebe, Blätter und Knospen regelmäßig, dann kannst du eingreifen, bevor sich ein Befall über die ganze Pflanze ausbreitet. Ein paar Faustregeln, die mir helfen:
- Braune Flecken: Rost sitzt rostfarben und leicht pelzig auf der Blattunterseite. Sternrußtau zeigt größere Flecken auf dem ganzen Blatt, als würde es welken.
- Gelbe Blätter: Werden sie gelb und faulig, hat die Rose meist zu viel Wasser bekommen. Werden sie gelb und trocken, zu wenig. Gehen den gelben Blättern braune oder schwarze Flecken voraus, ist es Sternrußtau.
- Sprühen, egal womit, immer abends oder bei bedecktem Himmel. In der Sonne verbrennen die Blätter.
Neue Rosen pflanzen: der Herbst kommt
Im Oktober und November beginnt die Pflanzzeit für wurzelnackte Rosen, und wer heuer gegen Krankheiten gekämpft hat, überlegt jetzt vielleicht, welche Sorten nachkommen sollen. Ich habe über die Jahre gelernt, dass die Sortenwahl die halbe Miete ist. Diese Rosen haben sich bei mir als unkompliziert erwiesen:
Rose 'Bonica'
Eine widerstandsfähige Strauchrose mit gefüllten Blüten in weichem Hellrosa, die auch in größeren Kübeln zurechtkommt.
📏 100–150 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten
Rose 'Schneewittchen'
Reinweiße, halbgefüllte Blüten in großen Dolden an einem gesunden, buschigen Strauch, der bei leichtem Rückschnitt beständig weiterblüht.
📏 80–120 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne
Rose 'Hansa'
Eine duftende Rugosa mit purpurrosa Blüten und dicken roten Hagebutten, robust genug für Hecken, Naturgärten und windige Lagen.
📏 120–180 cm · 🌷 Sommer bis Spätsommer · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten
Rose 'Fru Dagmar Hastrup'
Große, leicht gefüllte Blüten in zartem Hellrosa, später rote Hagebutten: eine gesunde, pflegeleichte Rose für Beet, Hecke und Naturgarten.
📏 100–150 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten
'Fru Dagmar Hastrup' ansehen →
Rose 'Heidetraum'
Eine sehr gesunde, niedrige Bodendeckerrose, die in klarem Pink fast ununterbrochen blüht und Böschungen und Beetränder dicht zuwächst.
📏 50–80 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten
Rose 'Leonardo Da Vinci®'
Dicht gefüllte Blüten in klarem Rosa auf einem kompakten, robusten Strauch, der wiederholt bis in den Herbst blüht.
📏 80–120 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten
'Leonardo Da Vinci®' ansehen →
Krankheiten gehören zum Rosengarten dazu, so wie Hagel und Spätfrost zum österreichischen Wetter. Entscheidend ist, dass du hinschaust und rasch handelst. Eine Rose, die im September traurig aussieht, hat dann gute Chancen, im Juni wieder dazustehen, als wäre nichts gewesen.
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Sortiment und Verfügbarkeit können sich ändern.