Rose 'Hansa' mit großen gefüllten Blüten in kräftigem Purpurrosa
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2 Rosen, die den halben Winter rote Hagebutten tragen

Frederikke Jensen
Geschrieben von Frederikke Jensen - 04-09-2026

Im September, wenn die meisten Rosen langsam müde werden, fangen zwei bei uns erst richtig an. Nicht mit Blüten, sondern mit Früchten: dicke, tomatenrote Hagebutten, die zwischen dem derben Laub sitzen und den halben Winter hängen bleiben, sofern die Amseln sie nicht vorher finden.

Die Rede ist von den Rugosa-Rosen, die man auch Kartoffelrosen nennt, wegen der eigentümlich runzeligen Blätter. In unserem Sortiment stehen zwei Sorten, bei denen die Hagebutten ausdrücklich in der Beschreibung genannt werden: 'Hansa' und 'Fru Dagmar Hastrup'. Beide sind wurzelnackt und werden ab Oktober gepflanzt.

Der Vollständigkeit halber: Eine dritte Rugosa führen wir auch, 'Blanc Double de Coubert'. Bei ihr steht nichts von Hagebutten in der Beschreibung, und das hat einen Grund. Dicht gefüllte Blüten setzen in der Regel kaum Früchte an, weil aus den Staubgefäßen zusätzliche Blütenblätter geworden sind. Wer Fruchtschmuck will, nimmt die beiden hier.

Was eine Rugosa von anderen Rosen unterscheidet

Rugosa-Rosen sind das genaue Gegenteil der Diva im Rosenbeet. Das Laub ist derb, tief geadert und meist bis in den Herbst gesund, während daneben Edelrosen schon Sternrußtau zeigen. Die Triebe sind dicht mit feinen Stacheln besetzt, was aus jeder Reihe eine Hecke macht, die kein Reh durchquert.

Dazu kommt eine Robustheit, die in Österreich zählt: Wind, Streusalz am Straßenrand, magerer Sandboden, harte Winter im Waldviertel oder in den Alpentälern. Was andere Rosen in die Knie zwingt, nehmen die beiden mit. Beide gedeihen laut Beschreibung in der Sonne bis zum leichten Halbschatten und wollen vor allem eines: gut durchlässigen Boden.

Und dann eben die Früchte. Nach der Blüte bleibt der Fruchtknoten stehen, schwillt an und färbt sich im Spätsommer rot. Ende September bis Oktober sind die Hagebutten reif, weich und tiefrot.


Die zwei Sorten mit Hagebutten

1. Rose 'Hansa'

Rose 'Hansa' mit großen gefüllten Blüten in kräftigem Purpurrosa

Große, gefüllte Blüten in kräftigem Purpurrosa, dazu ein starker Duft, den man schon aus einigen Metern Entfernung wahrnimmt. Sie blüht vom Sommer bis in den Spätsommer, und darauf folgen die roten Hagebutten. Von den beiden ist sie die höhere und die farbstärkere: eine Pflanze für die lebende Hecke, den Naturgarten und alle Lagen, in denen es zieht.

📏 120–180 cm · 🌷 Sommer bis Spätsommer · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten · ab 13,40 €

'Hansa' ansehen →

2. Rose 'Fru Dagmar Hastrup'

Rose 'Fru Dagmar Hastrup' mit hellrosa, leicht gefüllten Blüten

Die ruhigere Schwester: große, nur leicht gefüllte Blüten in zartem Hellrosa, die den Blick auf die goldenen Staubgefäße freigeben. Genau deshalb setzt sie so zuverlässig Früchte an. Sie blüht vom Sommer bis in den Herbst, bleibt etwas niedriger und wächst dicht, was sie für Beete, Gehölzgruppen, lebende Hecken und Naturgärten passend macht.

📏 100–150 cm · 🌷 Sommer bis Herbst · ☀️ Sonne bis leichter Halbschatten · ab 13,40 €

'Fru Dagmar Hastrup' ansehen →

Wer Platz für beide hat, sollte beide nehmen. 'Hansa' liefert Farbe und Duft, 'Fru Dagmar Hastrup' die offeneren Blüten, an denen die Bienen leichter herankommen, und zusammen ergeben sie eine Hecke, die von Juni bis in den Winter etwas zu zeigen hat.

Frederikkes Tipp

Wenn du Hagebutten willst, lass die Schere stecken. Das Ausputzen verblühter Blüten, das man bei Beetrosen macht, damit sie nachblühen, kostet dich bei einer Rugosa genau die Früchte, wegen derer du sie gepflanzt hast. Ich schneide an diesen beiden gar nichts, außer alle paar Jahre einen alten Trieb bodennah heraus, wenn der Strauch innen kahl wird. Das ist die gesamte Pflege.


Was die Vögel davon haben

Hagebutten sind Winterfutter, und zwar von der Sorte, die dann noch da ist, wenn Beeren und Insekten längst weg sind. Amseln und Wacholderdrosseln gehen zuerst daran, in kalten Wintern kommen Seidenschwänze dazu, die in Trupps einfallen und einen Strauch in zwei Tagen leerräumen. Was sie liegen lassen, holen sich Mäuse und im Frühjahr die Rehe.

Damit das funktioniert, muss die Hecke im Herbst stehen bleiben. Ein Rückschnitt im November ist bei Rugosa nicht nur unnötig, er nimmt den Vögeln die Vorratskammer. Und weil die Sträucher dicht und stachelig wachsen, brüten im Frühjahr gern Grasmücken und Rotkehlchen darin, geschützt vor Katze und Elster.

Wer die Hecke wirklich für die Vögel pflanzt, setzt sie an den Rand, nicht in die Mitte des Gartens, und lässt darunter eine Reihe Laub liegen. Der Boden unter einer Rugosa-Hecke ist innerhalb weniger Jahre ein eigener kleiner Lebensraum.


Hiffenmark: Hagebutten in der Küche

In Österreich heißt das, was aus Hagebutten wird, Hiffenmark, und wer je einen richtigen Faschingskrapfen gegessen hat, kennt den Geschmack: säuerlich, dunkel, ein bisschen erdig. Selbst gemacht schmeckt es deutlich intensiver als gekauft, und der Aufwand ist die einzige Hürde.

Geerntet wird, wenn die Hagebutten voll ausgefärbt und auf Druck weich sind. Nach dem ersten Frost werden sie milder und süßer, deshalb warten viele bewusst darauf. Wer früher dran ist, kann die Früchte auch eine Nacht ins Gefrierfach legen, das hat denselben Effekt.

Danach kommt der lästige Teil. Innen sitzen harte Kerne und feine Härchen, und die Härchen reizen die Haut, weshalb sie früher in Juckpulver landeten. Sie müssen restlos raus. Der übliche Weg: Früchte weich kochen, durch ein feines Sieb oder eine Flotte Lotte passieren, das Mark auffangen und die Kerne samt Härchen verwerfen. Was übrig bleibt, wird mit Zucker eingekocht und ist die Basis für Marmelade, für Krapfenfülle und für einen Löffel im Naturjoghurt.

Nimm nur, was du brauchst, und lass mindestens die Hälfte am Strauch. Es reicht für beide, dich und die Amseln.


Pflanzen und dann in Ruhe lassen

Beide Sorten kommen wurzelnackt und werden ab Oktober gesetzt, solange der Boden offen ist. Als Hecke pflanze ich sie in einer Reihe, jeweils so weit auseinander, wie die Sorte laut Beschreibung breit wird, damit sich die Sträucher gerade berühren, statt sich zu bedrängen. Staunässe vertragen beide nicht, ansonsten sind sie in der Bodenfrage genügsam.

Dünger brauchen sie kaum, Wasser nur im ersten Sommer. Rugosa-Rosen laufen über die Wurzeln aus und bilden mit den Jahren neue Triebe neben der Mutterpflanze. In einer freien Hecke ist das erwünscht, im gepflegten Beet nicht, also überleg vorher, wo sie stehen sollen.

Und dann kommt der Moment, für den man das Ganze macht: ein Novembermorgen mit Raureif, rote Hagebutten an kahlen Trieben, und in der Hecke raschelt es. Dafür lohnt sich das Loch, das man im Oktober im Regen gegraben hat.

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