Sonnenhut 'Hirta Sahara' mit warmen Blüten in Terrakotta-, Rosa-, Karamell- und Rostrottönen
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8 Samen, die vom Frühsommer bis zum Frost Bienen füttern

Frederikke Jensen
Geschrieben von Frederikke Jensen - 04-09-2026

Vor drei Jahren habe ich mir angewöhnt, im Sommer eine Viertelstunde am Beetrand zu sitzen und nichts zu tun, außer zu schauen, wer kommt. Das klingt esoterisch, ist aber die brauchbarste Gartenmethode, die ich kenne. Man merkt sehr schnell, welche Pflanzen tatsächlich besucht werden und welche nur für uns hübsch aussehen. Bei mir hat es zwei Sorten aus dem Beet geworfen und drei neue hineingebracht.

Und man merkt noch etwas: Es reicht nicht, viel zu pflanzen. Es muss zeitlich passen. Ein Beet, in dem im Juli alles gleichzeitig explodiert und im September nichts mehr steht, hilft im September niemandem. Deshalb ist diese Liste nach Blühbeginn geordnet und nicht nach Farbe.

Sieben nennen sie beim Namen, eine habe ich dazugenommen

Ehrlichkeit vorweg, weil die Überschrift eine Zahl nennt: Ich habe alle 145 Samentütchen im Sortiment durchgesehen. In genau sieben Beschreibungen stehen Bienen oder Schmetterlinge ausdrücklich drin. Weitere 46 sagen nur „zieht Bestäuber an“, ohne zu sagen, welche. Ich habe die sieben genommen und eine achte dazugestellt, die Verbene 'Bampton', und zwar aus einem Grund, der zur Jahreszeit passt: Sie ist die einzige in dieser Liste, die du im Oktober aussäen kannst, nicht erst im Frühjahr.

Zum Zeitraum in der Überschrift noch ein Wort. Die früheste dieser acht macht im Frühsommer auf, nicht Anfang Mai. Wer im Mai schon Betrieb im Beet haben will, sät die einjährigen Sorten im Herbst statt im Frühling: Sie keimen dann früher, blühen früher und sind im Mai bereits offen. Alles andere wäre geschwindelt.

Früh dran: die ersten Blüten für die ersten Flüge

Im Frühsommer ist das Angebot im Garten meistens schon wieder dünn: Die Obstblüte ist vorbei, die Sommerstauden fangen erst an. Genau in diese Lücke gehören diese beiden.

1. Rosa Kornblume

Rosa Kornblume mit zart rosafarbenen Blüten im Beet

Die Sorte 'Pink', eine zarte Variante der klassischen Kornblume, und laut Beschreibung zieht sie Bienen und Schmetterlinge an. Sie blüht vom Frühsommer bis in den Spätsommer und ist damit der lange Grundton dieser Liste. Einjährig und leicht zu kultivieren, gut für Beete und Wildblumenflächen. Wenn du eine Sorte als Herbstaussaat probierst, dann diese.

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2. Verbene 'Bampton'

Verbene 'Bampton' mit staubig purpurfarbenem Laub und luftigen rosa-violetten Blüten

Staubig purpurfarbenes Laub mit luftigen rosa-violetten Blüten, bei Bestäubern beliebt. Das Besondere steht in der Aussaatanleitung: Gesät wird zwischen Oktober und April, in kleinen Gefäßen im Freien, weil die Samen von Kälte und Temperaturwechseln profitieren. Die Keimung ist langsam und ungleichmäßig, dafür kann die Pflanze überwintern und sät sich leicht selbst aus. Geduldsprobe mit Nachwirkung.

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Hochsommer: die Masse

Im Juli und August kommt es weniger auf Feinheiten an als auf Menge. Zwei Sorten, die das auf ganz verschiedene Weise liefern: eine, die man von der Straße aus sieht, und eine, die man beinahe übersieht.

3. Sonnenblume 'Velvet Queen'

Sonnenblume 'Velvet Queen' mit samtigen Blüten in Rot, Orange und Bordeaux

Samtige Blüten in tiefem Rot, Orange und Bordeaux, hoch und verzweigt, bis zu 2,5 Meter. In der Beschreibung steht sie ausdrücklich als Sorte für Bienenweiden, und das ist der entscheidende Punkt: Sie ist nicht pollenfrei. Die pollenarmen Schnittsorten sind für die Vase gezüchtet und für Bienen wertlos. Wer Insekten füttern will, nimmt eine wie diese, die verzweigt und über Wochen immer neue Köpfe schiebt.

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4. Basilikum 'Dark Opal'

Basilikum 'Dark Opal' mit tiefvioletten glänzenden Blättern

Tiefviolette, glänzende Blätter, würzig im Geschmack, und die kleinen rosa Blüten locken laut Beschreibung Bienen und Insekten an. Das ist der Trick, den kaum jemand nutzt: Basilikum darf blühen. Wir zwicken die Blüten normalerweise weg, damit die Blätter nachkommen. Lass eine einzige Pflanze am Ende der Reihe stehen und blühen, dann summt der Kräutertopf.

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Frederikkes Tipp

Säe in Gruppen, nicht in Reihen, und nie nur ein Tütchen pro Sorte auf zehn verschiedene Ecken verteilt. Bienen fliegen blütentreu: Eine Hummel, die einmal auf Kornblumen eingestellt ist, sucht den ganzen Ausflug lang Kornblumen. Fünf Pflanzen derselben Sorte beieinander sind darum mehr wert als fünfundzwanzig, die einzeln übers Grundstück verstreut sind. Ich nehme drei Sorten pro Quadratmeter, jede in einem Horst, und lasse dazwischen bewusst Platz. Der zweite Punkt kostet gar nichts: Lass im Herbst die abgeblühten Stängel stehen, statt alles sauber abzuschneiden. In hohlen Stängeln überwintern Wildbienen, und die Samenstände füttern nebenbei die Vögel.

Bis in den Oktober: die Dauerläufer

Diese vier tragen den Herbst. Alle blühen laut ihren Beschreibungen vom Sommer bis in den Herbst, und alle vier danken es dir doppelt, wenn du Verblühtes wegschneidest, statt es reifen zu lassen.

5. Sonnenhut 'Hirta Sahara'

Sonnenhut 'Hirta Sahara' mit warmen Blüten in Terrakotta-, Rosa-, Karamell- und Rostrottönen

Warme Blüten in Terrakotta, Rosa, Karamell und Rostrot, eine winterharte Staude, die vom Sommer bis in den Herbst blüht. In der Beschreibung stehen Bestäubergärten als Verwendung ausdrücklich neben dem Schnittgarten, und die Blüten ziehen Bienen und Schmetterlinge an. Die breite, offene Blütenform mit der erhöhten Mitte ist der Grund: Da kommt jedes Insekt zum Nektar, auch die kurzrüsseligen.

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6. Verbena Bonariensis

Verbena Bonariensis mit lavendelvioletten Blütendolden auf hohen schlanken Stängeln

Das Hohe Eisenkraut, eine luftige Staude mit kleinen lavendelvioletten Dolden auf dünnen, verzweigten Stängeln. Von allen acht ist das die Schmetterlingspflanze: Die Beschreibung nennt die nektarreichen Blüten und die Schmetterlinge, die sie anziehen, und wer sie einmal im August gesehen hat, weiß, dass das keine Werbung ist. Sie ist so durchsichtig gebaut, dass du sie ohne schlechtes Gewissen in die erste Reihe setzen kannst.

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7. Schmuckkörbchen 'Cupcakes Blush'

Schmuckkörbchen 'Cupcakes Blush' mit becherförmigen zartrosa Blüten

Becherförmige Blüten in zartem Rosa, einjährig und pflegeleicht, laut Beschreibung Bienen und Insekten anziehend. Die Becherform ist hier kein bloßer Zierrat: Der flache Grund sammelt Wärme, und an kühlen Vormittagen sitzen die Insekten darin, bevor der Rest des Beetes überhaupt in Betrieb geht. Blüht vom Sommer bis in den Herbst und eignet sich nebenbei als Schnittblume.

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8. Kapuzinerkresse 'Tip Top Apricot'

Kapuzinerkresse 'Tip Top Apricot' mit weichen marillenfarbenen Blüten

Weiche marillenfarbene Blüten an einer kompakten, horstbildenden Sorte, und die einzige der acht, deren Beschreibung das Wort bienenfreundlich direkt verwendet. Sie blüht durchgehend vom Sommer bis in den Herbst und kommt auch mit Halbschatten zurecht, was sie zur Wahl für die Nordseite des Balkons macht. Die Blüten sind essbar und schmecken pikant im Salat.

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Acht Tütchen sind ein Anfang, kein Naturschutzgebiet

Zusammen kosten diese acht weniger als ein Abendessen zu zweit, und sie decken vier Quadratmeter locker ab. Das ist viel und wenig zugleich. Viel, weil vier Quadratmeter blühendes Beet in einer Siedlung, in der sonst Rasen und Thujen stehen, tatsächlich einen Unterschied machen. Wenig, weil eine einzige blühende Linde in derselben Straße mehr Nektar liefert als der ganze Vorgarten.

Ich sage das nicht, um die Sache kleinzureden, sondern weil ich es beruhigend finde. Du musst kein Feuchtbiotop anlegen. Es genügt, dass zwischen Juni und Oktober immer irgendetwas offen ist, dass die Sorten in Gruppen stehen und dass du im Herbst nicht alles wegräumst. Die 46 weiteren Sorten, deren Beschreibung von Bestäubern spricht, tun übrigens dasselbe, sie sagen es nur weniger genau. Skabiosen, Zinnien, Mohn, Schafgarbe, Ringelblumen: Wer davon etwas im Beet hat, füttert längst mit.

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Sortiment und Verfügbarkeit können sich ändern.