
Rosen füttern kaum eine Biene: was du darunter säen kannst
Unter einer Rose sieht es meistens aus wie auf einem Parkplatz. Nackte Erde, ein bisschen Rindenmulch, drei kahle Stängel und irgendwo weiter oben die Blüten. Dabei ist genau dieser halbe Quadratmeter die einfachste Gelegenheit im ganzen Garten, aus einer schönen Pflanze eine schöne Pflanzung zu machen und nebenbei etwas für die Bienen zu tun.
Denn eine Sache muss man über Rosen sagen, so gern ich sie habe: Als Nahrungsquelle für Insekten sind die meisten von ihnen eine Enttäuschung. Bei stark gefüllten Blüten haben sich die Staubblätter in Blütenblätter verwandelt, es gibt also kaum Pollen zu holen, und an den Nektar kommt keine Hummel heran. Was unter der Rose wächst, kann diese Lücke schließen.
Ich habe im Samensortiment durchgesehen, was sich dafür wirklich eignet: flach wurzelnd, niedrig, blühend über eine lange Zeit und ausdrücklich als bestäuberfreundlich beschrieben. Herausgekommen ist eine überschaubare Liste, und die meisten davon kannst du auch noch essen.
Drei Regeln, damit die Rose nicht leidet
Erstens: flach wurzelnd. Rosen wurzeln tief, und darin liegt die gute Nachricht. Was du darüber pflanzt, muss sich nur die obersten Zentimeter mit ihr teilen. Kräuter und niedrige Einjährige tun genau das. Was du nicht willst, sind kräftige Stauden mit dicken Wurzelstöcken, die sich langfristig in den Wurzelraum der Rose schieben.
Zweitens: Abstand zum Stamm. Lass rund um die Basis der Rose eine Handbreit frei. Dort soll Luft hinkommen, dort schneidest du im Frühjahr, und dort willst du im Winter Erde anhäufeln können, ohne dass du in ein Polster aus Wurzeln stichst. Der Kranz aus Unterpflanzung beginnt außerhalb dieser Zone.
Drittens: gleicher Durst. Setz unter eine Rose nichts, das ständig feucht stehen will. Rosen mögen gründliches, aber seltenes Gießen. Trockenheitsverträgliche Kräuter passen deshalb besser als alles, was jeden zweiten Tag die Gießkanne braucht, und sie halten außerdem die Erde beschattet, sodass weniger Wasser verdunstet.
Kräuter: die unaufgeregte Lösung
Wenn ich nur eine Gruppe empfehlen dürfte, wären es die Küchenkräuter. Sie bleiben niedrig, sie sind mehrjährig, sie riechen gut, wenn man beim Schneiden dagegenstößt, und ihre kleinen Blüten sind bei Bienen deutlich beliebter als die gefüllte Rose darüber.
Thymian (BIO-Samen)
Für mich die beste Unterpflanzung überhaupt: niedrig, trockenheitsverträglich, mehrjährig und mit kleinen lavendelfarbenen Blüten, die Bestäuber anziehen. Er bildet mit der Zeit flache Polster, die die Erde bedecken, ohne der Rose etwas wegzunehmen.
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Schnittknoblauch (BIO-Samen)
Der alte Gärtnertrick, Lauchartiges unter die Rosen zu setzen, hat hier seine eleganteste Form. Flache, grasartige Blätter, milder Knoblauchgeschmack, und im Spätsommer zarte weiße Blüten, die Bestäuber anlocken. Er kommt mit Sonne wie mit Halbschatten zurecht.
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Salbei (Samen)
Die graugrünen Blätter sind der beste Kontrast zu einer rosa oder roten Rose, den ich kenne, und sie sehen auch dann noch gut aus, wenn oben nichts blüht. Trockenheitsverträglich, mehrjährig, und die blauvioletten Blüten ziehen Bestäuber an.
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Dazu passen zwei weitere aus derselben Ecke: Oregano (BIO-Samen) wächst niedrig, ist ausdrücklich für Einfassungen gedacht und wird in der Beschreibung als natürliche Begleitpflanze im Garten geführt, und Schnittlauch 'Broad Leaf' (BIO-Samen) bringt im Frühsommer violette Kugeln, die von Bienen belagert werden, lange bevor die erste Rose aufgeht.
Lieber fertig gemischt
Wenn du das Rosenbeet gleich rundum bepflanzen willst, ist das Kräuterpaket der bequemere Weg: zehn Tütchen mit klassischen Küchenkräutern, darunter Rosmarin, Thymian und Salbei. Was unter den Rosen keinen Platz mehr findet, wandert in einen Topf neben die Küchentür.
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Blühendes für die Lücken
Kräuter allein können ein wenig streng wirken. Zwischen die Polster setze ich deshalb Einjährige, die schnell schließen, lange blühen und sich zur Not selbst aussäen.
Hornveilchen 'Brush Strokes' (Samen)
Kompakt, winterhart und mehrjährig, mit Blüten, deren Muster in Lila, Blau und Weiß wie mit dem Pinsel aufgetragen wirken. Sie blühen vom Frühling bis zum Herbst, decken also schon Farbe ab, wenn die Rose noch gar nicht angefangen hat, und kommen mit Halbschatten zurecht.
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Kapuzinerkresse 'Tip Top Apricot' (Samen)
Eine kompakte, horstbildende Sorte, die nicht wie ihre rankenden Verwandten über das halbe Beet wandert. Weiche marillenfarbene Blüten vom Sommer bis in den Herbst, perfekt für bienenfreundliche Gärten, und Blüten wie Blätter sind essbar. Eine Nummer rosafarbener wird es mit 'Salmon Baby'.
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Kamille (BIO-Samen)
Feines, fast fedriges Laub und viele kleine weiße Blüten mit gelber Mitte, die den Übergang zwischen Rose und Beetrand weich machen. Die frischen Blüten locken Bestäuber an, die getrockneten wandern in die Teedose. Pflegeleicht und anspruchslos.
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Für den vordersten Rand, wo alles unter zwanzig Zentimetern bleiben soll, gibt es außerdem die Zwergsorte Ringelblume 'Pygmee Buff' in einem weichen Cremeton. Sie blüht vom Frühling bis zum Herbst, ist ausdrücklich als Einfassungspflanze beschrieben, bestäuberfreundlich, und die Blütenblätter sind essbar.
Frederikkes Tipp
Säe nicht in das ganze Beet, sondern in Nester. Ich mache mit der Hand drei bis fünf kleine Flecken zwischen den Rosen frei, säe dort dünn und lasse den Rest der Fläche in Ruhe. So kannst du im Frühjahr noch zwischen den Rosen gehen, ohne auf Sämlinge zu treten, und wenn eine Ecke nichts wird, ist nicht die ganze Tüte verloren. Im zweiten Jahr säen sich Ringelblume und Kapuzinerkresse ohnehin selbst dorthin, wo es ihnen passt, und meistens haben sie recht.
Wann das alles in die Erde kommt
Die Reihenfolge ist heuer angenehm einfach: Zuerst kommen die Rosen. Wurzelnackte Rosen werden im Oktober und November gepflanzt, und im ersten Herbst bleibt der Boden darunter am besten frei, damit du beim Anhäufeln nichts kaputt machst.
Die Unterpflanzung folgt im Frühjahr. Die Kräuter werden vorgezogen oder direkt gesät, sobald sich der Boden erwärmt hat, die Kapuzinerkresse kommt nach den Eisheiligen ins Freie, weil sie Frost gar nicht mag. Bestell die Sackerl trotzdem gleich mit den Rosen: Sie kosten wenig, sie halten trocken und dunkel gelagert problemlos bis März, und im Frühjahr denkt kein Mensch mehr daran, was unter die Rosen sollte.
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